• Sarah Bauer

Die Idee kam im Traum: Ein Künstler auf dem Weg in die Medizin

Aktualisiert: Nov 19

Mit 3D-Druck entsteht ein neuartiger medizinischer Verdampfer zur natürlichen Schmerzlinderung durch ätherische Öle.

Manche Geschäftsideen kommen einem beim Autofahren, in der Badewanne oder sogar im Schlaf. So war das bei Diplom-Architekt und Künstler Christian-Konstantin Remchen. Über Nacht hatte er einen Traum, in dem ein medizinischer Verdampfer vorkam. Ein Gerät, das durch das Einatmen von Ölen Schmerzen lindert, ohne dass man Tabletten einnehmen muss. „Im ersten Teil des Traums hatte ich die Initialzündung und im zweiten Teil sogar schon eine Vision, wie ich das Produkt gestalten könnte“, erinnert sich Remchen. Kurz darauf begann der Künstler, eigenhändig an verschiedenen Prototypen zu basteln.


Christian-Konstantin Remchen in seinem Atelier

Doch nach einer Weile war klar, dass er für die professionelle Umsetzung Unterstützung brauchte. „Ich habe ehrlich gesagt Jahre nach einem Produzenten gesucht, der mir mit der Konstruktion meines Verdampfers helfen kann“, berichtet Remchen. Immer wieder recherchierte er im Internet, doch nichts überzeugte ihn. „Bis mir eines Tages bei Google die Firma Süß & Friends angezeigt wurde. Ich habe mir die Seite genauer angesehen und plötzlich wusste ich: Yes – das ist es!“ Christian-Konstantin Remchen glaubt daran, dass für manche Dinge die richtige Zeit kommen muss. „Vom ersten Gespräch an war ich sofort begeistert, obwohl wir noch gar nichts gemacht hatten. Ich habe lange gesucht und bin auf viele Menschen getroffen, wo es nicht gepasst hat. Doch Herr Süß hat gleich verstanden, was ich brauchte. Da habe ich die Seiten aller anderen Anbieter direkt geschlossen.“


Schmerzlinderung durch ätherische Öle

Christian-Konstantin Remchen ist nicht nur Gründer der Klassischen Kunstakademie Remchen in Bad Neustadt an der Saale, sondern auch an der medizinischen Wirkung von Dämpfen interessiert. Er möchte einen Verdampfer für ätherische Öle schaffen, der nur bis 250 Grad erhitzt (eine größere Hitze würde die Öle zerstören), aus langfristig sauberem Material besteht und je nach Stimmung farbliche Akzente setzt. „Ich habe die Vision, dass schmerzlindernde Mittel wie Aspirin damit nicht mehr durch Tabletten eingenommen werden müssen“, erklärt Remchen. Außerdem möchte er das Thema Hanf aus der kriminellen Ecke holen. „Mich stören die ganzen Musikvideos für Jugendliche, in denen Hanf immer nur im Zusammenhang mit Drogen gezeigt wird. Hanf generell ist nichts Schlechtes. Hanföl kann Schmerzen lindern und rein medizinisch verwendet in guter Qualität das Wohlbefinden verbessern.“ Eine Idee, die auch das Bundesland Bayern überzeugt hat, die die Ausarbeitung des Geräts durch das Programm „Bayern Innovativ“ fördert.


Die herkömmlichen Verdampfer auf dem Markt waren Remchen nicht sauber genug. „Oft weiß man nicht, was mit den Heizelementen nach häufiger Nutzung passiert. Bestehen sie aus Metall, können sie zum Beispiel mit der Zeit rosten.“ Deshalb ist der Künstler gemeinsam mit Süß & Friends auf die Nutzung auf Quarzglas umgestiegen. Quarzglas hat eine hohe Reinheit und Beständigkeit. Am Ende kommt noch eine Lampe mit Farbwechsel hinzu, die der Käufer seiner Stimmung anpassen kann.



Am Anfang stand eine Bleistiftskizze

Bleistiftskizze der Produktidee

Als Künstler lag Herrn Remchen von Anfang an besonders das Design am Herzen. „Wir haben deshalb zuerst versucht, die technischen Bauteile für das kleine Gehäuse mit einem ansprechenden Design in Einklang zu bringen“, erklärt Maschinenbauingenieur Philipp Süß. Vor der Produktion eines weiteren Prototyps erstellten Süß & Friends ein digitales 3D-Modell. „Herr Remchen konnte sich das Modell jederzeit online ansehen und uns Änderungsideen durchgeben.“ Ein unkomplizierter Weg der Kommunikation, der auf beiden Seiten gut ankam.

„Schließlich haben wir durch Selektives Lasersintern aus dem digitalen Modell das Gehäuse des Verdampfers gefertigt“, so Süß. Selektives Lasersintern ist ein 3D-Druckverfahren, bei dem ein Kunststoffpulver durch einen Laser in Form gebracht wird. „In das Gehäuse haben wir am Ende alle technischen Komponenten eingebaut. Fertig war der funktionsfähige Prototyp des Verdampfers!“


Produkt soll medizinisch zugelassen werden

Für die Zukunft möchte Christian-Konstantin Remchen seinen Verdampfer ins medizinische Zulassungsverfahren schicken. „Ich bin froh, Süß & Friends getroffen zu haben. Meine Philosophie ist: Wenn der Schüler bereit ist, kommt auch der Lehrer. Offenbar ist meine Idee nun bereit zur Umsetzung gewesen.“


Website von Christian Remchen: LINK


Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag der Autorin Sarah Bauer von www.freigetextet.de

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